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{Sprott Networks Service Center}
What does IT mean ?
Die Sprotte / Kieler-Sprotte / Spitzname für Kieler Jungs / Fisch mit
Weltruf
Mit der Bezeichnung Kieler
Sprotte dürfen auch heutzutage nur diejenigen Sprotten in den
Handel gelangen, die in der westlichen Ostsee zwischen Maasholm und Fehmarn
gefangen und in den Räuchereien Kiels und Eckernfördes verarbeitet
worden sind. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende
des deutschen Kaiserreiches entwickelten sich in Schleswig-Holstein Fischerei
und Fischverarbeitung zu eigenständigen Wirtschaftszweigen. Innerhalb
dieser Zeit erreichte die Kieler Sprotte ihre Blütezeit und wurde
im näheren europäischen Ausland und sogar in Teilen der USA bekannt.
Seit den 60ziger Jahren des vorangegangenen Jahrhunderts wurden die geräucherten
Produkte am Tag ihrer Verarbeitung zunächst nach Hamburg transportiert,
von wo sie mit dem Abendzug dann nach Berlin, Sachsen, ins Rheinland und
Westfahlen versandt wurden. Bereits am dritten Tag ihrer Reise konnten
die Sprotten beispielsweise in Wien in den ihnen typischen Holzkisten gekauft
werden. Unter der Voraussetzung einer sachgemäßen Lagerung befanden
sie sich auch jetzt noch in einem guten Zustand.
Verzehr:
Wie die Sprotten nun gegessen wurden und auch noch werden, läßt
sich am eindrucksvollsten mit einem Zitat von Baudissin aus dem Jahre 1864
beschreiben:
„Frischgeräucherte Sprott
sind ein Delikatesse; man bricht ihnen den Kopf ab, zieht die Haut weg,
entfernt die Gräten und legt den Rest auf Schwarzbrot, das mit frischer
Maibutter bestrichen ist, und wer sich vor Indestigonen nicht fürchtet,
treibt dieß kindliche Spiel länger fort, als sich mit Rücksicht
auf die Damastserviette der Hausfrau verträgt."
Im Prinzip bleibt es doch jedem
selbst überlassen wie die Sprotten verzehrt werden. Sprotten können
mit und ohne Gräten und Haut gegessen werden. Lediglich Kopf und Schwanz
werden im allgemeinen entfernt. „... Kopp un Steert is ok nix wert".
Herkunft und Vorkommen:
Der Sprott (
Culpea sprattus L. ) gehört zur Fischfamilie der Culpeiden und
ist mit Hering, Sardine und Sardelle verwand. Das Verbreitungsgebiet der
Sprotte erstreckt sich von der Ostsee über die norwegischen Küstengewässer
im Norden, die Faröer Inseln im Westen bis zur Biskaya im Süden.
Die Sprotte ist in der Ostsee neben Dorsch und Hering die einzige marine
Fischart von nennenswerter Menge und lebt in größeren Schwärmen
im offenen Gewässer.
Beschreibung und Qualitätsmerkmale:
Die im Bereich
der Kieler Bucht gefangenen Sprotten zeichnen sich durch einen feingliedrigen
Körperbau und ein hohes Gewicht aus. Der Körper des Sprott schimmert
silbern und erreicht eine Größe von 12 bis 15 Zentimetern. Durch
auf der Bauchunterseite vorhandenen kleinen Stacheln läßt er
sich von jungen Heringen unterscheiden mit denen er oftmals im gleichen
Schwarm auftritt. Mit einem Alter von einem Jahr wird die junge Sprotte
fortpflanzungsfähig.
Hauptfangzeiten sind die Wintermonate,
wobei besonders November und Dezember ausgezeichnete Qualitäten bringen.
Räucherverfahren:
Ein klassischer
Fischräucherbetrieb bestand aus fünf voneinander zu trennenden
Arbeitsbereichen. Diese Bereiche waren das Holzlager, der Spänebetrieb,
der Aufziehraum sowie die eigentliche Räucherei und der Packraum.
Sobald die Kisten mit den frischen Sprotten in den Räuchereien angelangt
sind, wird mit dem Vorbereiten für den Räucherprozeß begonnen.
Zunächst werden durch Reinigen mit Wasser all jene Stoffe entfernt,
die das fertige Produkt in Aussehen, Geschmack und Haltbarkeit herabsetzen
würden. Im Besonderen sind das die schleimige Schutzschicht der Fischhaut
und die Schuppen sowie Schmutz oder Sand. Für den Räuchervorgang
ist nur qualitativ hochwertige Ware geeignet. Minderwertige aber auch ältere
Fische geben den fertigen Produkten einen tranigen Geschmack. Nachdem die
Sprotten gesäubert und eventuell leicht gesalzen worden sind, werden
sie auf lange Stäbe, sogenannte Spitten, aus Eisen oder Holz aufgezogen.
Die Spitten werden dabei durch Maul und die Kiemen gezogen. Damit die Sprotten
während des Räuchervorganges nicht aneinander kleben, ist für
ausreichend Platz zwischen den Spitten zu sorgen. Es werden dann etwa 15
bis 18 solcher Spitten in spezielle Rahmen eingehängt. Mehrere dieser
Rahmen werden auf Gestelle geschoben, damit die Fische abtropfen können.
Die so vorbereiteten Rahmen werden schließlich in die vorgeheizten
Räucheröfen hineingeschoben. Für Sprotten wird das Verfahren
der Heißräucherei verwendet. Zunächst werden durch allmähliches
Steigern der Hitze die Fische angetrocknet und gar gemacht. Die mit Buchen-
und Eichenholz befeuerten Öfen erreichen dabei Temperaturen von bis
zu 90 Grad Celsius. Erst in einem zweiten Arbeitsgang beginnt der eigentliche
Räucherprozeß bei verminderter Temperatur und vermehrter Rauchentwicklung,
wobei konservierend wirkende Rauchbestandteile das Fischfleisch umschließen.
Es werden dem Feuer nun Erlenholzspäne zugegeben, die der Sprotte
die bekannte goldgelbe Farbe verleihen. Der Räucherprozeß selbst
dauert bei mehrmaligen Wenden der Sprotten für eine gleichmäßige
Räucherung bis zu zwei Stunden. Nach dem Räuchern werden die
Rahmen mit den Sprotten aus dem Ofen genommen, damit sie Abkühlen
können, was zu einer gewissen Haltbarkeit führt. Trotz der hohen
Temperaturen und anschließendem Abkühlvorgang kann nur eine
relativ geringe Haltbarkeit erreicht werden, da im Inneren der Sprotten
mit Eingeweiden und Gräten keine völlige Sterilität gewährleistet
ist.
Verpackung und Verkauf:
Schon wie zur
Jahrhundertwende werden die Sprotten auch heute noch fast ausschließlich
in Holzkisten verpackt zum Kauf angeboten. Nach der ausreichenden Abkühlung
werden die Sprotten von den Spitten abgezogen und in bereitstehende mit
fettdichtem Pergamentpapier ausgelegte Holzkisten verpackt. Ein Export
der Sprotten ins entferntere Binnenland oder ins europäische Ausland
findet heutzutage nicht mehr statt. Die Sprotten werden im wesentlichen
aufgrund des Jahrhunderte alten Bekanntheitsgrades von Touristen und Feinschmeckern
in Kiel erworben.
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